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  Die Zulus
Geschichte und Tradition
 
Alles begann mit Zulu - einem geistreichen und entschlossenen jungen Mann, dessen Name „Himmel“ war. Er war es, der nach langen Wanderungen am Mkhumbane Flussbecken einen neuen Stamm aufbaute. An diesem Ort unter den hohen Euphorbia Bäumen entstand KwaZulu - oder der Platz des Himmels.
Der erste KwaZulu
Zulu gestaltete seinen neuen Familiensitz getreu den traditionellen Vorgaben. Diese schrieben eine zentrale, runde Eingrenzung für das Vieh vor.
Die aus Reet und Pfählen gebauten „Bienenstockhütten“ der Stammesangehörigen sollten sich darüber auf einem abfallenden Stück Land befinden. Die Böden der Hütten bestanden aus einer kompakten Mischung aus Ameisenhügelsand und Kuhdung, die so lange poliert wurde, bis sie aussah wie dunkler, grüner Marmor. Kleine Felder zur Getreide- und Gemüse-anpflanzung wurden in der Nähe angelegt und mit zusammen-gebundenen Dornzweigen vor Tieren geschützt.
Wohlstand am Ort des Himmels
Die zentrale Position des Viehs innerhalb des Anwesens zeigt die wichtige Rolle der Tiere innerhalb der Gesellschaft. Kühe hatten schon damals rituelle Bedeutung, denn nur durch ihr Opfer konnten die Geister der Vorfahren besänftigt werden. Das System der Mitgift (Kühe gegen Töchter) führte zudem zu einer exponentiellen Wachstumskurve des Wohlstands. Mehr Kühe bedeuteten mehr Ehefrauen, die für mehr Kinder sorgten, welche wiederum mehr häusliche Arbeit machten und so die Produktivität erhöhten. Kühe waren auch die Quelle für Fleisch und Milch, und ihre Häute wurden für Kleidung und Kriegsschilde verwendet. Alle Rituale und Zeremonien wurden innerhalb der Vieheingrenzung vorgenommen. Dort wurden auch Getreidegruben als Winterlager gegraben.
 
Ein Tag in KwaZulu
Im Morgengrauen trieben Burschen die Kühe auf die Weide, während die Frauen und Mädchen Wasser holten und sich ihren häuslichen und landwirtschaftlichen Aufgaben widmeten. Am späten Vormittag wurden die Kühe zum Melken zurückgebracht. Danach gab es Frühstück für alle. Dieses erste Mahl des Tages war meist eine leichte Version des Abendmahls, das nach Sonnenuntergang stattfand.
Nach dem Frühstück wurden die Kühe auf die Weide zurückgebracht. Die Frauen setzten ihre Arbeit fort, während die Männer sich ihren Aufgaben widmeten. Dazu zählten Bau und Reparatur der Heimstätte, Graben der Winterlager, Vorbereiten von neuem Boden, Herstellen von kunsthandwerklichen Gegenständen, aktuelle Lagebesprechungen und - wenn nötig - der Kampf mit rivalisierenden Clans. Jagden wurden eher veranstaltet, um Trophäen zu schießen und weniger, um Essbares zu finden. Denn wenn Fleisch auf der Speisekarte stand, wurde Rindfleisch allem anderen bei weitem vorgezogen.
Das Grundnahrungsmittel allerdings bildete Maisbrei unterschiedlichster Konsistenz. Dazu gab es verschiedene Knollen- und Blattgemüse. Getrunken wurde sauer kultivierte Milch und das nahrhafte, kaum alkoholhaltige Hirsebier.
Das Volk des Himmels
Nach der mündlichen Überlieferung ließen sich die Nachfahren Zulus im White Umfolozi Tal nieder. Mittlerweile unter der Führung König Shakas war der Stamm der Zulus klein und lebte größtenteils friedlich. Doch stand er der absoluten Macht der Ndwandwes – einem rivalisierenden Stamm - über die gesamte Region zwischen Phongolo und den Thukelaflüssen im Wege.
Shaka Zulus Auftritt
Shaka wurde 1787 als unehelicher Sohn des amtierenden Chiefs geboren und hatte dadurch einen schweren Start.

Nachdem Shaka über äußerst fragwürdige Umwege an die Macht kam, blieb er bald der einzige Angriffspunkts für die Schlachtpläne der Ndwandwes.
Shaka brauchte eine permanentere Lösung. Er begann, seine Armee aufzubauen und tödliche neue Taktiken und Waffen zu entwickeln. Er erntete später den Ruf eines ‚schwarzen Napoleon', da er in alle Richtungen Land eroberte und enterbte. Shakas Herrschaft war nicht besonders sensibel und konnte nur durch weitere Kämpfe aufrechterhalten werden.

Die Briten kommen
Unterstützung kam von ganz unerwarteter Seite, nämlich dem kolonialen Abenteurer Henry Francis Fynn. Dieser kam im August 1824 bei der königlichen Wohnstätte an, um Handelsrechte für Elfenbein und exotische Tierfelle zu beantragen. Shakas Dankbarkeit geht aus einem von ihm unterschriebenen Dokument hervor, in dem er die Herrschaft über Port Natal und seine Umgebung den weißen Händlern überlässt. Die kehrten zu ihrer Siedlung zurück, hissten den Union Jack und ergriffen damit im Namen von Großbritannien formal von ihrem Geschenk Besitz. So trat König Shaka ungewollt seine Oberhoheit an König George IV ab.
Das Ende einer Ära
Shakas Herrschaft - und Leben - endete abrupt am 24. September 1828. Und zwar durch die Speere seiner Halbbrüder Mhlangana und Dingane. Letzterer war es auch, der, nachdem er alle Widersacher aus dem Weg geräumt hatte, die Herrschaft übernahm.
Siedler und Flüchtlinge
 
Dingane war sehr unglücklich über die Entwicklungen in Port Natal. Einerseits, weil die weiße Bevölkerung immer mehr zunahm. Und anderereseits, weil die Briten tausenden von Flüchtlingen aus seinem Herrschaftsbereich Asyl boten. Dazu kam, dass im Oktober 1837 die Buren auf ihrem Großen Trek weg von der britischen Tyrannie in der Kapkolonie, im Zulu Königreich ankamen. Als Vorsichtsmaßnahme ließ Dingane den Burenführer und zahlreiche Anhänger auslöschen.
Die Schlacht am Blutfluss
Die überlebenden Buren gruppierten sich neu und glaubten sich 10 Monate später stark genug, Rache zu üben. Am 16. Dezember 1838 schlugen sie die Zulu Armee in der Schlacht am Blutfluss. Über 3000 Zulu kamen dabei um. König Dingane floh nach Norden, um seine Autorität neu zu etablieren.
Die Buren aber fassten den flüchtigen Zulu König und ließen ihn ermorden. Ermöglicht wurde dies durch Mpande, dem einzigen Halbbruder Dinganes, der dessen frühere Auslöschungsorgien überlebt hatte. Er wurde auch der nächste König und hatte so die schwierige Aufgabe, die gespaltene Nation wieder zusammenzubringen.
Machtwechsel
1842 kam es zu einer Konfron-tation zwischen Buren und Briten in Port Natal. Daraus resultierte auch King Mpandes Umschwenken von den Buren zu den Briten. Er unterzeichnete ein von den Briten entworfenes Dokument, das ihn zum König der Zulu Nation erklärte und den Thukela Fluss zur offiziellen Grenze zwischen Natal und Zululand erhob.Nach Mpandes natürlichem Tod gegen Ende des Jahres 1872 wurde sein Sohn Cetshwayo gekrönt. Und zwar zweimal. Zum einen durch das Zulu Volk und zum andern durch Königin Viktoria. Die Kolonial-Krönung war verbunden mit Gesetzen - angeblich mit dem Einverständnis des neuen Königs - die Britannien die Möglichkeit gaben, ihn jederzeit abzusetzen.
Am 11. Dezember 1878 übergaben britische Kolonial-vertreter ein Ultimatum an vierzehn Zulu Häuptlinge, Stellvertreter von König Cetshwayo, und zwar am Thukela Fluss. Das Dokument forderte, dass der König Steuern zahlen, gestohlenes Vieh zurückgeben und die sofortige Einstellung von Überfällen gegen Siedler anordnen solle. Nachdem, wie erwartet, eine Reaktion von Cetshwayo ausblieb, stieß Britannien unmittelbar nach Ablauf des Ultimatums am letzten Tag des Jahres 1878 nach Zululand vor. Schockierende Nachrichten sollten London erreichen - 1300 britische Soldaten wurden am 22. Januar 1879 getötet, als 25000 speerschwingende Zulu das britische Lager bei Isandlwana überrannten.
Die Auflösung des Königreiches
Der König überlebte, wurde aber von den Briten gefangen genommen.
Zululand wurde in 13 autonome Bereiche mit jeweils einem Häuptling aufteilt. Diese waren sich selber überlassen, was im Endeffekt zu einem Bürgerkrieg in Zululand führte.
Die Briten machten sich solche Sorgen um die sich verschlimmernden Zustände in Zululand, dass sie König Cetshwayo erlaubten, von seinem Kapstädter Gefängnis nach England zu segeln. Er kehrte 1883 nach Zululand zurück, nachdem er sein Einverständnis erklärt hatte, den Frieden zu wahren und nur in einer sehr begrenzten Puffer-Zone zu regieren, die Reservat genannt wurde.
Kurz darauf wurde er von seinen eigenen Leuten vergiftet und sein Sohn Dinuzulu übernahm das Regime. Doch auch der hatte Rivalen. Und als sich eine selbstzerstörerische Patt-Situation in Zululand ergab, bemühte er sich um die Unterstützung der Buren. Die schwörten auch einen Eid, dass sie Dinuzulu vor seinen Feinden schützen und ihn zum König von Zululand erklären würden. Als Belohnung erhielten sie ein Stück Land, das groß genug war für ein unabhängiges Gebiet mit Eigenregierung.
Für die Briten jedoch war Dinuzulu nur ein nomineller Herrscher in den Händen der Buren-Eindringlinge. Er geriet in Streit mit den Kolonialbehörden, die ihn darauf kurzerhand absetzten und für 10 Jahre ins Gefängnis steckten. Nach einem weiteren Krieg entstand am 31. Mai 1910 schlussendlich die Südafrikanische Union.
 
Frieden und Demokratie
 
Der Stolz und die Einheit der Zulus wurden nach den verheerenden Ereignissen der Geschichte wiedergeboren mit dem neuen, demokratischen Südafrika. Durch die erste demokratische Wahl wurde Nelson Mandela Präsident und die Apartheid beendet.
Die Monarchie des Nach-Apartheids-KwaZulu-Natal - derzeit unter seiner Majestät König Goodwill Zwelithini – ist in der Verfassung anerkannt und geschützt.